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Alexander-Technik

 
Das, was sich unserer Aufmerksamkeit am meisten entzieht, ist das uns Allernächste, das Vertrauteste, das, was sich am meisten gleich bleibt. Und dieses Allernächste sind wir selbst, unsere eigenen Gewohnheiten, unsere Verhaltensweisen…“ John Dewey, Philosoph

Wir alle sind ununterbrochen mit etwas beschäftigt. In den seltensten Fällen achten wir darauf, wie wir mit unserem Körper umgehen, während wir laufen, ein Musikinstrument spielen, staubsaugen, am Computer arbeiten oder einfach nur dasitzen und ein Buch lesen. Alexander nennt diese Art und Weise Gebrauch. Der Gebrauch ist aber ganz entscheidend für die Funktionsweise unseres Körpers. Ohne dass wir es merken, fügen wir uns mit einem ungünstigen Gebrauch Schaden zu, manchmal bis zu einem Grad, dass es zu körperlichen Problemen führt. Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, Verspannungen und Kopfschmerzen können die Folge sein. Oder wir verhindern einfach nur, dass wir unsere Tätigkeiten, wie zum Beispiel das Spielen eines Musikinstruments, mit besserem Erfolg ausführen.

Man stelle sich ein Paar neuer Schuhe vor. Am Anfang sind die Sohlen schön gerade und irgendwann stelle ich fest, dass sie jeweils einseitig komplett abgenutzt sind. Ich habe es überhaupt nicht gemerkt und trotzdem hat die Art, wie ich in diesen Schuhen gelaufen bin, dazu geführt, dass sie nun schief sind.

Die Alexander-Technik ist eine sehr effektive Methode, unseren Gewohnheiten auf die Spur zu kommen und durch Weglassen unnötigen Tuns Raum zu schaffen für einen leichten, durchlässigen, mühelosen Umgang mit uns Selbst in allem was wir tun.

Biographie

Der Australier Frederick Matthias Alexander, geboren 1869, hatte eine erfolgreiche Karriere als Shakespeare-Rezitator begonnen, als er feststellen musste, dass er wegen zunehmender Heiserkeit, bis hin zum Stimmverlust, seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte. Ärzte und Stimmlehrer rieten ihm zur Schonung der Stimme, konnten ihm aber seine Frage, was zu seinen Stimmproblemen führte, nicht beantworten.

Ausgestattet mit großer Ausdauer und Forschungsdrang, entwickelte er über Jahre der Selbstbeobachtung vor dem Spiegel, die später nach ihm benannte Alexander-Technik. Er stellte fest, dass das Zusammenspiel zwischen Kopf, Hals und Rücken in ganz entscheidender Weise für die Funktionsweise des Menschen verantwortlich ist und entdeckte, dass er durch Prinzipien wie Innehalten, Nichttun und das Geben von Direktiven, den Gebrauch positiv beeinflussen konnte. Er selbst erlangte durch die Anwendung dieser Prinzipien die volle Funktionsweise und gesteigerte Ausdrucksfähigkeit seiner Stimme und bewegte sich mit größerer Leichtigkeit.

Neben seinem wachsenden Ruf als Schauspieler, fing er an, die neugewonnen Erkenntnisse an Schüler weiterzugeben, Anhänger seiner Methode, darunter auch viele Ärzte, rieten ihm, sich in London niederzulassen. Seit seiner Übersiedlung dorthin im Jahr 1905, verbreitete sich seine Technik, er veröffentlichte vier Bücher, unter anderem „The Use of The Self“ (1932) und 1930 eröffnete er den ersten Ausbildungskurs für Lehrer. 1955 starb er im Alter von 85 in London. Heute gibt es weltweit etwa 3000 Lehrer der Alexander-Technik.